"Job-Multiversum" bietet Einblicke in Forschung und Produktion

Rund 170 angehende Naturwissenschaftler und Ingenieure bei Firmen im Industriepark Höchst zu Gast

170 angehende Hochschulabsolventen waren am 24. Februar 2011 der Einladung der Unternehmen Celanese, Clariant, Infraserv Höchst, Kuraray, LyondellBasell und Sanofi-Aventis aus dem Industriepark Höchst gefolgt, sich einen Tag lang in sonst nicht zugänglichen Produktions- und Forschungsstätten umzusehen und sich über Berufe und Karrieremöglichkeiten im Industriepark Höchst zu informieren. „Job-Multiversum“ nennt sich diese etwas andere Karrieremesse, die die Industriepark-Unternehmen im dritten Jahr in Folge speziell für Naturwissenschaftler und Ingenieure veranstalteten.

Dabei ist das Ziel in erster Linie, den Studenten die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten in dem spannenden Umfeld eines Hightech-Standortes mit seinen vielen namhaften, internationalen Unternehmen vorzustellen und dafür zu werben. „Wir sind sehr stolz darauf, wie dynamisch sich unser Standort in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat und wie viel Zukunftspotenzial er weiterhin in sich trägt“, begrüßte Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, die Studenten. „Hier werden Sie heute sehen, wie neueste Technologien in der Praxis angewendet und weiterentwickelt werden und vielleicht sehen Sie hier auch Ihren Arbeitsplatz der Zukunft.“

Gefragt sind Black Belts, „Tausendsassas“ und Pharma-Forscher

Für die angehenden Ingenieure und Naturwissenschaftler hatten sich die Firmen ein interessantes Programm ausgedacht: In je einer Vor- und Nachmittagsveranstaltung gewährten die Spezialchemikalienhersteller Celanese, Clariant und Kuraray, Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst, das petrochemische Unternehmen LyondellBasell und das Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis Einblicke in Forschung, Produktion und Technik in ihren Betrieben. Zudem bestand Gelegenheit, am zentralen Messestandort im Peter-Behrens-Bau mit Experten und Personalverantwortlichen in intensive Gespräche zu kommen.

Beim Besuch der Vinylacetat-Anlage von Celanese informierten sich die Studenten, welche Fähigkeiten gefordert sind, wenn man als Six Sigma Black Belt direkt in einen Produktionsbetrieb einsteigt. Wie Chemie im Alltag Anwendung findet, beispielsweise in der Waschmittelherstellung oder in der Kosmetik, erfuhren die Studenten bei Clariant. „Tausendsassas“ sind im japanischen Unternehmen Kuraray gefragt, wenn Verfahrensingenieure oder Chemiker aus Polymeren in immer wieder neuen verfahrenstechnischen Prozessen neue Anwendungen entwickeln. Bei Sanofi-Aventis erlebten die Studenten den Weg der Fertigung eines Medizinproduktes: vom Entwurf des Prototyps bis zum fertigen Insulin-Pen.

Bei LyondellBasell erfuhren die Besucher, wie maßgeschneiderte Kunststoffe für die Automobilindustrie entwickelt werden. Wie man aus Abfällen Strom und Dampf gewinnt, wie moderner Umweltschutz an einem Chemiestandort funktioniert, und wie man einen großen Produktionsstandort überhaupt zeitgemäß und effizient mit Energie und alle notwendigen Medien wie Kälte, Wärme und technischen Gasen versorgt, erläuterten die Fachleute von Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst.

Die Studenten wussten es zu schätzen, einmal außerhalb der Universität ganz direkte Einblicke in das zu bekommen, „was wirklich draußen in der Wirtschaft passiert“, so ein Biotechnologie-Student. Nadine Jansky, die Verfahrenstechnik studiert und sich bei Infraserv Höchst in den Laboren der Umweltanalytik umgeschaut hatte, ist ebenfalls von der Praxisnähe dieser Veranstaltung begeistert: „Ich hatte heute Gelegenheit, mich genau in dem Umfeld umzuschauen, in dem ich einmal arbeiten möchte. Ich fand es besonders gut, gleich mit den passenden Fachleuten ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel auch zu erfahren, wie deren beruflicher Werdegang verlaufen ist – und das alles in einer sehr lockeren Atmosphäre ohne den sonst üblichen Druck eines Bewerbungsgespräches.“